Der Sommer auf der Gorneren Alp war eine dieser Zeiten, in denen die Tage lang sind und die Hände abends schwer. Zivildienst auf einer Alp klingt romantisch. Es ist auch romantisch. Aber zuerst ist es Arbeit: steil, schweisstreibend, manchmal monoton, und genau deshalb so befriedigend.
Ich war dort vor allem mit Hansueli und Susanne unterwegs. Ruhige, aufmerksame Menschen, die einem den Rhythmus hier oben beibringen: früh raus, anpacken, weitermachen.
Heuen am Steilhang Link zu Überschrift
Einmal haben wir an einem wirklich steilen Hang geheut. Da merkt man schnell: Das ist nicht „ein bisschen Gras zusammenrechen“. Es sind ungewohnte Bewegungen, jeder Schritt sitzt, und am Ende weiss man genau, was man getan hat.
Die klassischen Heutristen sind heute eher ein Bild aus vergangenen Zeiten als Teil des modernen Alp-Alltags. Am Steilhang haben wir jedoch für einmal eine Ausnahme gemacht und das Heu ganz traditionell zu einer Triste aufgeschichtet.
Zwischendurch hebt man den Kopf und sieht erst, wie steil es wirklich ist. Unten liegt das Tal, weit weg, und man steht da oben mit Heu an den Schuhen und Sonne im Nacken.
Und wenn dann noch Wolken an den Bergen hängen, wirkt alles gleichzeitig freundlich und ein bisschen wild.
Alltag Link zu Überschrift
Der Alltag auf der Alp war geprägt von einem einfachen, aber unerbittlichen Rhythmus. Es gab keine Ausreden: Die Arbeit richtete sich nach dem Wetter und den Bedürfnissen der Tiere.
Unterhalt und Weidepflege Link zu Überschrift
Ein grosser Teil der Zeit floss in die Instandhaltung der Alp. Wir haben gefällte Holzstämme gespalten und zum Trocknen gestapelt, um für Brennholz vorzusorgen. Auf den Weiden stand das regelmässige Ausmähen und die Bekämpfung von Neophyten an, eine mühsame, aber notwendige Arbeit, um die wertvollen Futterflächen offen zu halten.
Tiere versorgen Link zu Überschrift
Ein grosser Teil vom Alltag war die Versorgung der Tiere: Mutterkühe und ihre Kälber. Am Abend auf die Weide bringen, Stall machen, am Morgen wieder zurückholen. Es ist kein komplizierter Ablauf, aber einer, der keine Ausrede kennt. Die Tiere warten nicht, bis man ausgeschlafen hat.
1. August auf der Alp Link zu Überschrift
Der 1. August war ein schöner Kontrast zur Routine. Es gab einen grossen Brunch als richtiges Event, mit vielen Leuten. Vorbereiten, aufstellen, mithelfen wo es mich gerade braucht.
Wanderung Richtung Gamchi Link zu Überschrift
Zwischen der Arbeit blieb auch einmal Zeit für eine Wanderung Richtung Gamchi. Da war plötzlich wieder Raum für all das, was man sonst nur aus dem Augenwinkel mitnimmt: Licht, das über die Hänge zieht, Wolken, die an den Graten hängen, und diese Ruhe, in der man nur den eigenen Schritt hört.
Rückblick Link zu Überschrift
Es war eine sehr schöne und gleichzeitig strenge Zeit, mit der ganzen Familie Zurbrügg, von jung bis alt. Ich habe die Natur und die Arbeit wirklich genossen. Und ich habe gemerkt, wie gut es tut, wenn der Tag so klar strukturiert ist, dass am Abend nur noch „essen, schlafen, morgen wieder“ bleibt.